Drei Fragen an Prof. Dr. Maryna Leonidivna Meretska
In diesem Drei Fragen Interviewformat sprechen wir heute mit der Gruppenleiterin der Optical Metasurfaces Group am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Prof. Dr. Maryna Leonidivna Meretska. Ihre Forschung konzentriert sich darauf, die Grenzen der Photonik durch den Entwurf, die Entwicklung und die experimentelle Validierung neuartiger aktiver und passiver metaoptischer Komponenten zu erweitern.
Metasurfaces bieten eine beispiellose Kontrolle über Licht im Nanobereich und ermöglichen Funktionen, die weit über herkömmliche optische Elemente hinausgehen. In diesem kurzen Interview gibt sie Einblicke in ihre Forschungsperspektive, aktuelle Herausforderungen in diesem Bereich und was Innovationen an der Schnittstelle von Nanofabrikation, Materialwissenschaften und optischer Physik vorantreibt.
Was ist der Schwerpunkt Ihrer Forschung auf dem Gebiet der Photonik und was hat Sie ursprünglich zu diesem Forschungsgebiet hingezogen?
Während meines Bachelorstudiums belegte ich Kurse in Physik, die alle Fachbereiche abdeckten. Als ich den Kurs in Elektromagnetik und Optik abgeschlossen hatte, war ich überzeugt davon, dass es sich dabei um einen relativ trivialen Studienbereich handelte. Ich war mir sicher, dass ich mich für meine zukünftige Laufbahn einen anderen Bereich der Physik aussuchen würde. Ironischerweise arbeite ich heute im Bereich der Nanophotonik. Als ich mich näher mit diesem Thema befasste, entdeckte ich, wie reichhaltig und faszinierend es ist und wie die Photonik Phänomene aus allen Bereichen der Physik, einschließlich Festkörperphysik, Mechanik und Quantenwelt, miteinander verbindet. Darüber hinaus lassen sich wissenschaftliche Ergebnisse oft mit bloßem Auge beobachten, was unendliche Möglichkeiten eröffnet, die eigene Arbeit zu demonstrieren und dabei seine kreative, künstlerische Seite zu zeigen.
Was sind einige der überraschendsten oder unerwartetsten Anwendungen der Photonik, denen Sie in Ihrer Forschung oder Ihrem Studium begegnet sind?
Ehrlich gesagt, jedes Mal, wenn ich mich mit einem neuen Konzept der Nanophotonik beschäftige, bin ich sofort davon fasziniert. Ich bin fasziniert von den Naturgesetzen und davon, wie grundlegend sie im gesamten Universum sind, unabhängig von den Ungleichheiten, die auf unserem Planeten existieren.
Was begeistert Sie am meisten an der Zukunft der Photonik, und wohin wird Sie Ihre Forschung in den kommenden Jahren führen?
Das 20. Jahrhundert war geprägt von bedeutenden Entdeckungen in der Festkörperphysik, die unsere Gesellschaft verändert haben. Wir können uns heute ein Leben ohne all die elektronischen Geräte um uns herum kaum noch vorstellen. Ich glaube, dass das 21. Jahrhundert eine photonische Revolution mit sich bringen wird, in der optische Kommunikation, Computertechnik und leichte, komplexe optische Systeme die Gesellschaft neu gestalten werden. Fortschritte bei ultrakurzen Laserimpulsen und neuen Mikroskopietechniken werden es der Photonik-Gemeinschaft ermöglichen, grundlegende Prinzipien der Materiewechselwirkung aufzudecken, die Funktionsweise des Gehirns besser zu verstehen und die Diagnose verschiedener Krankheiten zu verbessern.











